But do they get you on a soul level, though? – Teil II

 

Als Fortsetzung zu meinem letzten Post, weil ich mich wie erwähnt vor kurzem Hals über Kopf in jemand wunderbaren verliebt habe und weil mir nun ein eben dazu passender Artikel vor die Füße gefallen ist, möchte ich noch ein wenig weiter bei dem Thema „What makes us click with another person“ bleiben. Obwohl ich seit Jahren darüber nachdenke, schmälert sich die Faszination dieser Fragestellung für mich nicht - im Gegenteil, sie wird eigentlich zunehmend spannender, je älter ich werde und je facettenreicher ich in der Lage bin, zwischenmenschliches zu betrachten. Vielleicht hätte ich doch Soziologin oder Anthropologin werden sollen oder Psychologie studieren, aber sei’s drum.

 

Besagter Artikel trägt den Namen „20 weird psychological reasons someone might fall in love with you“ – ich nehme es aber vorweg, ich werde nicht auf alle 20 möglichen Gründe eingehen. Zu denjenigen, zu denen ich eine Meinung habe, welche darauf basiert, ob dieser einzelne Grund bei mir schon mal oder mehrfach „funktioniert“ hat, d.h. ob ich mich anhand dessen in jemanden verlieben konnte, werde ich etwas sagen, den Rest lasse ich unkommentiert. Dieses Vorgehen betont übrigens auch, dass es sich dabei um meine individuellen Erfahrungswerte handelt – bei jemand anderem bzw. auch in groß angelegten Studien, mag sich ein völlig anderes Bild zeichnen. Das Ganze folgt jetzt im Übrigen der Struktur „Jemand könnte sich in Dich verlieben, wenn...“

 

.. wenn Du wie sein gegengeschlechtlicher Elternteil aussiehst

Psychologen der Universität von St. Andrews haben herausgefunden, dass manche Menschen sich von Personen angezogen fühlen, deren Haar- und Augenfarbe dem des jeweiligen gegengeschlechtlichen Elternteils entspricht. Darüber hinaus spielt das Alter der Eltern zum Zeitpunkt der eigenen Geburt scheinbar eine Rolle. Letzteres drückt sich beispielsweise darin aus, dass Frauen, deren Eltern zum Zeitpunkt der Geburt über 30 waren, sich weniger von Jugendlichkeit, als eher von Zeichen fortgeschrittenen Alters in männlichen Gesichtern angesprochen fühlen als Frauen, deren Eltern unter 30 waren. Bei Männern war die Vorliebe für weibliche Gesichter stark beeinflusst vom Alter der Mutter – allerdings nur für Langzeitbeziehungen.

Meine erste Intuition sagte mir: kompletter Schmarrn. Aber sobald ich ein wenig darüber denke und mir vor Augen führe, von welchen Männertypen ich in der Vergangenheit angezogen wurde, kann ich Teile eventuell doch bestätigen. Mein leiblicher Erzeuger hatte dunkles Haar und braune Augen – von ihm habe ich übrigens auch meine Augenfarbe – meine Eltern waren beide über 30 bei meiner Geburt. Dass ich mich nur vom Typ Haar dunkel/Augen dunkel angezogen fühlte, muss ich tatsächlich komplett negieren. Ich hatte eigentlich nie einen besonderen „Typ“, einzig meine Vorliebe für Brillenträger (wenig erstaunlich, wenn man selbst einer ist) und in den letzten Jahren für verschmitzt aussehende, blonde Männer sind zwei Konstanten, die ich tatsächlich so benennen würde. Beim zweiten Punkt, Alter, kann ich aber – wenn auch eingeschränkt – zustimmen: ich habe mich immer zu Männern, die älter waren als ich (Minimum 5 Jahre) hingezogen gefühlt und tue das bis heute. Allerdings muss man diesen Altersvorsprung nicht zwingend im Gesicht lesen können.

 

 

.. wenn Du „richtig“ riechst

Wenig überraschend, das Konzept der Pheromone und des „sich riechen Könnens“ sind nun nicht mehr ground-breaking. Was ich spannend fand, war, dass auf Basis der Untersuchungen scheinbar Unterschiede bestehen, je nachdem in welcher hormonellen Phase sich eine Frau gerade befindet. Tatsächlich ist dieser Grund aber aus meiner Sicht auch ohne hormonellen Einfluss zutreffend. Wenn ich jemandem umarme, spüre ich, ob ich mich wohl fühle. Das hat – da habe ich mich selbst beobachtet – wirklich etwas damit zu tun, wie ein Mann riecht. Und ja, Eigengeruch und After shave muss man versuchen, auseinanderzuhalten, aber der Punkt greift - easy as that.

 

.. wenn Du dem anderen 2 Minuten lang in die Augen schaust

In einem Versuch der University of Massachusetts wurden 72 Teilnehmer gebeten, sich in Paaren 2 Minuten lang gegenseitig in die Augen zu schauen. Im Anschluss berichteten fast alle, dass sie stärkere Gefühle von Zuneigung oder gar Verliebtheit dem anderen gegenüber hatten – obwohl sich die Paare vorher nicht kannten. 

Meines Erachtens durchaus zutreffend. Ich finde sogar, erst 4 Minuten gehen wirklich wohin – aber dazu mehr in dem Text (den ich bald schreibe) über das Experiment, das ich vor Kurzem mit meinem (seitdem ;) Freund gemacht habe.

Wichtig bei diesem Grund aus meiner Erfahrung: versuchen, nicht zu starren (was gar nicht so leicht ist) und seine Mimik nicht bewusst versuchen zu kontrollieren. Wenn man lächeln möchte oder einem danach ist, sich mit der Zunge über die Lippe zu fahren, sollte man das nicht unterdrücken. Sprechen dagegen ist tabu – auch wenn es der erste, eingängige Impuls ist, um die Stille angenehmer zu machen.

 

 

.. wenn Du die Farbe rot trägst

Aus meiner Sicht wenig überraschend und leicht nachvollziehbar, da mit Sinnlichkeit und Liebe konnotiert. Mein „Go to” Tipp (da ich selbst kaum farbenfrohe Kleidung, sondern vor allem schwarz und grau trage): roter Lippenstift. Sendet eindeutige Signale – derer man sich allerdings bewusst sein und sie entsprechend einsetzen sollte. Entweder man möchte jemanden anmachen (erotisch wirken) oder man möchte selbstbewusst auftreten. Mit dieser Awareness kann man dann auch über dem „slutty“ oder „aggressive“ stehen, welches der ein oder andere einem unterstellt. Mir persönlich steht vom Hautton Pink oder Fuchsia eigentlich besser, aber in der ein oder anderen Situation entscheide ich mich ganz bewusst zu einem schönen roten Chanel Pirate oder Palpitante.

 

.. wenn Du “hard to get” spielst 

Nicht ganz so trivial dieser Punkt. In einer Studie von 2014 wurde herausgefunden, dass Männer Frauen reizvoller finden, wenn diese vorgeben, an Fragen der Männer gänzlich uninteressiert zu sein. Bemerkenswerter Knackpunkt: auch wenn die Männer die Frauen in dieser Situation mehr „wollten”, „mochten“ sie sie weniger. Ach, Liebe ist kompliziert.

Ich halte selbst extrem wenig von Spielchen, schon gar nicht, sich absichtlich rar zu machen, jemandem länger als nötig nicht zu antworten, etc. Bin ich verdammt schlecht drin, weil ich es als unreifes Verhalten erachte und zu sehr der Meinung bin, dass zu seinen Emotionen zu stehen einen stärker macht – und übrigens auch fairer ist.

 

 

.. wenn Du den “richtigen” Gesichtsausdruck hast

Zufriedenheit auszustrahlen ist im Allgemeinen attraktiv an Frauen – nicht so sehr aber an Männern. Im Jahr 2011 wurde in Experimenten mit mehr als 1.000 Teilnehmern herausgefunden, dass Männer Frauen am attraktivsten finden, wenn sie glücklich und am wenigsten attraktiv, wenn sie stolz aussahen. Bei Frauen war es genau andersherum: Stolz zog an, Zufriedenheit nicht.

Interessanterweise wurde Scham als Gesichtsausdruck von beiden Geschlechtern als gleichermaßen attraktiv angesehen.

 

.. wenn Du dem aktuellen oder letzten Partner ähnelst

Etwas weirder Ansatz um zu eruieren, ob sich jemand (der ggf. gerade in einer Beziehung ist) jetzt in einen verliebt, aber gut. Wir alle scheinen einen „Typ“ zu haben – meinen Kommentar dazu habe ich beim ersten Punkt schon abgegeben – aber Frauen bleiben der Statistik nach eher bei ihm als Männer. In einer Studie von 2011 aus Großbritannien kam heraus, dass sowohl Männer als auch Frauen gegengeschlechtliche Gesichter attraktiver einschätzten, je ähnlicher sie dem aktuellen oder letzten Partner sehen. Ist jetzt nicht so überraschend und aus meiner Erfahrung so naja zutreffend.

 

.. wenn Du in drei grundlegenden Bereichen “kompatibel” bist

Auf Basis des kanadischen Psychologen Eric Berne harmonieren die am besten zueinander passenden Paare auf drei Ebenen. Dabei bedient er sich ein bisschen an Sigmund Freud und seinen berühmten drei Ichs, die angeblich jede Person hat:

• The Parent: Was Dir beigebracht wurde – das Über-Ich

• The child: Was Du gefühlt hast/fühlst – das Es

• The adult: Was Du ge- oder erlernt hast – das Ich

 

Paartherapeut Peter Pearson hat dazu jeweils Fragen konzipiert, anhand deren man für jedes Level feststellen kann, inwiefern man “kompatibel” ist:

 

• The parent: Habt Ihr ähnliche Werte und Prinzipien über die Welt?

• The child: Habt Ihr Spaß zusammen? Könnt Ihr spontan sein? Findet Ihr den anderen sexy? Reist Ihr gerne zusamen?

• The adult: Glaubt jeder vom anderen, er sei intelligent? Könnt Ihr gut gemeinsam Probleme lösen?

Eine abschließend sehr schönes, aus meiner Sicht durchaus zutreffendes Kriterium. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob man daran nicht eher abzirkeln kann, inwiefern eine Beziehung auf Dauer funktioniert.

 

Den ganzen Artikel gibt es übrigens hier.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0